Bava Kamma 8

Kapitel 8

א הַחוֹבֵל בַּחֲבֵרוֹ חַיָּב עָלָיו מִשּׁוּם חֲמִשָּׁה דְבָרִים, בְּנֶזֶק, בְּצַעַר, בְּרִפּוּי, בְּשֶׁבֶת, וּבְבֹשֶׁת. בְּנֶזֶק כֵּיצַד. סִמָּא אֶת עֵינוֹ, קָטַע אֶת יָדוֹ, שִׁבֵּר אֶת רַגְלוֹ, רוֹאִין אוֹתוֹ כְּאִלּוּ הוּא עֶבֶד נִמְכָּר בַּשּׁוּק וְשָׁמִין כַּמָּה הָיָה יָפֶה וְכַמָּה הוּא יָפֶה. צַעַר, כְּוָאוֹ בְשַׁפּוּד אוֹ בְמַסְמֵר, וַאֲפִלּוּ עַל צִפָּרְנוֹ, מְקוֹם שֶׁאֵינוֹ עוֹשֶׂה חַבּוּרָה, אוֹמְדִין כַּמָּה אָדָם כַּיּוֹצֵא בָזֶה רוֹצֶה לִטֹּל לִהְיוֹת מִצְטַעֵר כָּךְ. רִפּוּי, הִכָּהוּ חַיָּב לְרַפְּאֹתוֹ. עָלוּ בוֹ צְמָחִים, אִם מֵחֲמַת הַמַּכָּה, חַיָּב. שֶׁלֹּא מֵחֲמַת הַמַּכָּה, פָּטוּר. חָיְתָה וְנִסְתְּרָה, חָיְתָה וְנִסְתְּרָה, חַיָּב לְרַפְּאֹתוֹ. חָיְתָה כָל צָרְכָּהּ, אֵינוֹ חַיָּב לְרַפְּאֹתוֹ. שֶׁבֶת, רוֹאִין אוֹתוֹ כְּאִלוּ הוּא שׁוֹמֵר קִשּׁוּאִין, שֶׁכְּבָר נָתַן לוֹ דְמֵי יָדוֹ וּדְמֵי רַגְלוֹ. בֹּשֶׁת, הַכֹּל לְפִי הַמְבַיֵּשׁ וְהַמִּתְבַּיֵּשׁ. הַמְבַיֵּשׁ אֶת הֶעָרֹם, הַמְבַיֵּשׁ אֶת הַסּוּמָא, וְהַמְבַיֵּשׁ אֶת הַיָּשֵׁן, חַיָּב. וְיָשֵׁן שֶׁבִּיֵּשׁ, פָּטוּר. נָפַל מִן הַגָּג, וְהִזִּיק וּבִיֵּשׁ, חַיָּב עַל הַנֶּזֶק וּפָטוּר עַל הַבֹּשֶׁת, שֶׁנֶּאֱמַר (דברים כה) וְשָׁלְחָה יָדָהּ וְהֶחֱזִיקָה בִּמְבֻשָׁיו, אֵינוֹ חַיָּב עַל הַבֹּשֶׁת עַד שֶׁיְהֵא מִתְכַּוֵּן:
1 Wer seinen Nächsten verwundet, ist dafür wegen fünf Momente schuldig, nämlich: Schaden, Schmerz, Heilung, Versäumnis und Beschämung. In welcher Weise (zahlt man) den Schaden? Hat er ihm das Auge geblendet, die Hand abgehauen oder den Fuss gebrochen, so betrachtet man ihn, als wäre er ein auf dem Markte zu verkaufender Sklave, und man schätzt ihn, wie viel er wert war und wie viel er wert ist. Schmerzgeld (zahlt man in folgender Weise): Hat er ihn mit einem Spiess oder einem Nagel gebrannt, wenn auch nur auf seinem Fingernagel, einer Stelle, wo es keine Beule macht, so schätzt man, wie viel ein Mensch seines Gleichen fordern würde, dafür, dass er einen solchen Schmerz sich zufügen liesse. Heilungskosten (bezahlt man in folgender Weise): Hat er ihn verletzt, so ist er verpflichtet, ihn heilen zu lassen. Sind Geschwüre an ihm entstanden, so ist er, falls dies in Folge der Verletzung geschah, (Heilungskosten) schuldig; geschah es aber nicht in Folge der Verletzung, so ist er frei. Ist die Wunde geheilt und dann wieder ausgebrochen, dann nochmals geheilt und wieder ausgebrochen, so ist er schuldig, ihn heilen zu lassen; war sie aber einmal vollständig geheilt, so ist er nicht mehr schuldig, ihn heilen zu lassen. Betreffs der Versäumniskosten betrachten wir ihn, als wäre er Hüter eines Gurkenfeldes, da er ihm den Wert seiner Hand und den Wert seines Fusses bereits bezahlt hat. Die Beschämung betreffend, so richtet sich alles nach der Beschaffenheit des, der beschämt hat, und des, der beschämt worden ist. Wer einen Nackten beschämt, wer einen Blinden beschämt, oder wer einen Schlafenden beschämt, ist schuldig; hat aber ein Schlafender beschämt, so ist er frei. Ist jemand vom Dache herabgefallen und hat dadurch (einen Menschen) beschädigt und beschämt, so ist er wegen der Beschädigung schuldig, wegen der Beschämung aber nicht schuldig, denn es heisst (Deuteron. 25, 11): „Sie streckt ihre Hand aus und ergreift seine Schamteile“; demnach ist man wegen Beschämung nicht eher schuldig, als bis man mit Absicht gehandelt hat.
ב זֶה חֹמֶר בָּאָדָם מִבַּשּׁוֹר, שֶׁהָאָדָם מְשַׁלֵּם נֶזֶק, צַעַר, רִפּוּי, שֶׁבֶת, וּבֹשֶׁת, וּמְשַׁלֵּם דְּמֵי וְלָדוֹת, וְשׁוֹר אֵינוֹ מְשַׁלֵּם אֶלָּא נֶזֶק, וּפָטוּר מִדְּמֵי וְלָדוֹת:
2 In folgender Hinsicht wird beim Menschen (wenn er schadet) strenger geurteilt, als beim Ochsen: Der Mensch muss bezahlen für Schaden, Schmerz, Heilung, Versäumnis und Beschämung, er muss ferner bezahlen das Geld für die Kinder; beim (Schaden durch den) Ochsen aber zahlt man nur Schadenersatz, ist auch frei von der Bezahlung des Geldes für die Kinder.
ג הַמַּכֶּה אֶת אָבִיו וְאֶת אִמּוֹ וְלֹא עָשָׂה בָהֶם חַבּוּרָה, וְחוֹבֵל בַּחֲבֵרוֹ בְּיוֹם הַכִּפּוּרִים, חַיָּב בְּכֻלָּן. הַחוֹבֵל בְּעֶבֶד עִבְרִי, חַיָּב בְּכֻלָּן חוּץ מִן הַשֶּׁבֶת, בִּזְמַן שֶׁהוּא שֶׁלּוֹ. הַחוֹבֵל בְּעֶבֶד כְּנַעֲנִי שֶׁל אֲחֵרִים, חַיָּב בְּכֻלָּן. רַבִּי יְהוּדָה אוֹמֵר, אֵין לָעֲבָדִים בֹּשֶׁת:
3 Wer seinen Vater oder seine Mutter schlägt, ohne dass er an ihnen eine Wunde macht, oder wer seinen Nächsten am Versöhnungstage verletzt, der ist alle (obigen 5) Dinge schuldig. Wer einen hebräischen Knecht verletzt, ist Alles schuldig, ausgenommen die Versäumniskosten, falls der Knecht ihm gehört. Wer den kanaanitischen Sklaven eines Andern verletzt, ist Alles schuldig. R. Jehuda sagt: Bei Sklaven zahlt man kein Beschämungsgeld.
ד חֵרֵשׁ, שׁוֹטֶה וְקָטָן, פְּגִיעָתָן רָעָה. הַחוֹבֵל בָּהֶן חַיָּב, וְהֵם שֶׁחָבְלוּ בַּאֲחֵרִים פְּטוּרִין. הָעֶבֶד וְהָאִשָּׁה, פְּגִיעָתָן רָעָה. הַחוֹבֵל בָּהֶן חַיָּב, וְהֵם שֶׁחָבְלוּ בָּאֲחֵרִים, פְּטוּרִין, אֲבָל מְשַׁלְּמִין לְאַחַר זְמָן. נִתְגָּרְשָׁה הָאִשָּׁה, נִשְׁתַּחְרֵר הָעֶבֶד, חַיָּבִין לְשַׁלֵּם:
4 Mit einem Taubstummen, Irrsinnigen oder Unmündigen ist das Zusammenstossen böse: wer sie verletzt, ist schuldig; wenn sie aber Andere verletzen, so sind sie frei. Mit dem Sklaven und einer (verheirateten) Frau ist das Zusammenstossen böse: Wer sie verletzt, ist schuldig; wenn sie aber Andere verletzen, so sind sie frei; sie müssen jedoch späterhin bezahlen, wenn nämlich die Frau vom Manne geschieden oder der Sklave frei gelassen wird, so sind sie verpflichtet, zu bezahlen.
ה הַמַּכֶּה אָבִיו וְאִמּוֹ וְעָשָׂה בָהֶן חַבּוּרָה, וְהַחוֹבֵל בַּחֲבֵרוֹ בְּשַׁבָּת, פָּטוּר מִכֻּלָּן, מִפְּנֵי שֶׁהוּא נִדּוֹן בְּנַפְשׁוֹ. וְהַחוֹבֵל בְּעֶבֶד כְּנַעֲנִי שֶׁלּוֹ, פָּטוּר מִכֻּלָּן:
5 Wer seinen Vater oder seine Mutter schlägt, so dass er an ihnen eine Wunde macht, oder wer seinen Nächsten am Schabbat verwundet, der ist von allen (obigen 5) Dingen frei, weil er das Leben verwirkt hat. Auch wer seinen eigenen kanaaitischen Sklaven verwundet, ist von Allem frei.
ו הַתּוֹקֵעַ לַחֲבֵרוֹ, נוֹתֵן לוֹ סֶלַע. רַבִּי יְהוּדָה אוֹמֵר מִשּׁוּם רַבִּי יוֹסֵי הַגְּלִילִי, מָנֶה. סְטָרוֹ, נוֹתֵן לוֹ מָאתַיִם זוּז. לְאַחַר יָדוֹ, נוֹתֵן לוֹ אַרְבַּע מֵאוֹת זוּז. צָרַם בְּאָזְנוֹ, תָּלַשׁ בִּשְׂעָרוֹ, רָקַק וְהִגִּיעַ בּוֹ רֻקּוֹ, הֶעֱבִיר טַלִּיתוֹ מִמֶּנּוּ, פָּרַע רֹאשׁ הָאִשָּׁה בַּשּׁוּק, נוֹתֵן אַרְבַּע מֵאוֹת זוּז. זֶה הַכְּלָל הַכֹּל לְפִי כְבוֹדוֹ. אָמַר רַבִּי עֲקִיבָא, אֲפִילוּ עֲנִיִּים שֶׁבְּיִשְׂרָאֵל, רוֹאִין אוֹתָם כְּאִלּוּ הֵם בְּנֵי חוֹרִין שֶׁיָּרְדוּ מִנִּכְסֵיהֶם, שֶׁהֵם בְּנֵי אַבְרָהָם, יִצְחָק וְיַעֲקֹב. וּמַעֲשֶׂה בְּאֶחָד שֶׁפָּרַע רֹאשׁ הָאִשָּׁה בַּשּׁוּק, בָּאת לִפְנֵי רַבִּי עֲקִיבָא, וְחִיְּבוֹ לִתֵּן לָהּ אַרְבַּע מֵאוֹת זוּז. אָמַר לוֹ רַבִּי, תֶּן לִי זְמַן. וְנָתַן לוֹ זְמַן. שְׁמָרָהּ עוֹמֶדֶת עַל פֶּתַח חֲצֵרָהּ וְשָׁבַר אֶת הַכַּד בְּפָנֶיהָ, וּבוֹ כְּאִסָּר שֶׁמֶן. גִּלְּתָה אֶת רֹאשָׁהּ, וְהָיְתָה מְטַפַּחַת וּמַנַּחַת יָדָהּ עַל רֹאשָׁהּ. הֶעֱמִיד עָלֶיהָ עֵדִים, וּבָא לִפְנֵי רַבִּי עֲקִיבָא. אָמַר לוֹ, רַבִּי, לָזוֹ אֲנִי נוֹתֵן אַרְבַּע מֵאוֹת זוּז. אָמַר לוֹ, לֹא אָמַרְתָּ כְּלוּם. הַחוֹבֵל בְּעַצְמוֹ, אַף עַל פִּי שֶׁאֵינוֹ רַשַּׁאי, פָּטוּר. אֲחֵרִים שֶׁחָבְלוּ בּוֹ, חַיָּבִין. וְהַקּוֹצֵץ נְטִיעוֹתָיו, אַף עַל פִּי שֶׁאֵינוֹ רַשַּׁאי, פָּטוּר. אֲחֵרִים שֶׁקָּצְצוּ אֶת נְטִיעוֹתָיו, חַיָּבִים:
6 Wer seinen Nächsten einen Faustschlag versetzt, der muss ihm einen Sela geben; nach R. Jehuda im Namen R. Jose’s, des Galiläers, muss er ihm eine Mine geben. Hat er ihm eine Ohrfeige gegeben, so muss er ihm zweihundert Sus bezahlen; tat er dies mit der Rückseite der Hand, so zahlt er ihm vierhundert Sus. Hat er ihn ins Ohr geschnitten, an den Haaren gerauft, ihn angespieen, so dass der Speichel ihn getroffen, ihm den Mantel abgerissen oder einer Frau auf der Strasse das Haupthaar entblösst: so zahlt er vierhundert Sus. Dies ist die Regel: Es richtet sich Alles nach seiner (des Beschämten) Würde. Es sagt R. Akiba: Selbst die Ärmsten in Israel betrachtet man so, als wären sie adelige Söhne, die von ihrem Vermögen herabgekommen, da sie doch Söhne von Abraham, Isaak und Jakob sind.. Einst geschah es, dass Einer das Haupthaar einer Frau auf der Strasse entblösste, da kam sie vor R. Akiba, und er verurteilte jenen, ihr vierhundert Sus zu geben. Da sprach er zu ihm: Rabbi, gewähre mir eine Zeit!, und er gewährte ihm eine Zeit. Darauf passte er ihr auf, als sie am Eingange ihres Hofes stand, und zerbrach einen Krug vor ihr, in welchem für ungefähr einen Issar Öl war. Da entblösste sie ihr Haupt, sammelte (das Öl) mit der Hand auf und bestrich sich das Haupthaar. Er hatte hierzu Zeugen bestellt, kam nun vor R. Akiba und sprach zu ihm: Rabbi, dieser soll ich vierhundert Sus geben? Da sprach er zu ihm: Du hast nichts gesagt, denn wer sich selbst verletzt, ist, obgleich er es nicht darf, dennoch frei; wenn aber Andere ihn verletzen, sind sie schuldig; wer seine Pflanzen abhaut, ist, obgleich er es nicht darf, frei; wenn aber Andere seine Pflanzen abhauen, sind sie schuldig.
ז אַף עַל פִּי שֶׁהוּא נוֹתֵן לוֹ, אֵין נִמְחָל לוֹ עַד שֶׁיְּבַקֵּשׁ מִמֶּנּוּ, שֶׁנֶּאֱמַר (בראשית כ) וְעַתָּה הָשֵׁב אֵשֶׁת וְגוֹ'. וּמִנַּיִן שֶׁלֹּא יְהֵא הַמּוֹחֵל אַכְזָרִי, שֶׁנֶּאֱמַר (שם) וַיִּתְפַּלֵּל אַבְרָהָם אֶל הָאֱלֹהִים וַיִּרְפָּא אֱלֹהִים אֶת אֲבִימֶלֶךְ וְגוֹ'. הָאוֹמֵר סַמֵּא אֶת עֵינִי, קְטַע אֶת יָדִי, שְׁבֹר אֶת רַגְלִי, חַיָּב. עַל מְנָת לִפְטֹר, חַיָּב. קְרַע אֶת כְּסוּתִי, שְׁבֹר אֶת כַּדִּי, חַיָּב. עַל מְנָת לִפְטֹר, פָּטוּר. עֲשֵׂה כֵן לְאִישׁ פְּלוֹנִי, עַל מְנָת לִפְטֹר, חַיָּב, בֵּין בְּגוּפוֹ בֵּין בְּמָמוֹנוֹ:
7 Obgleich er ihm bezahlt, wird ihm nicht vergeben, bis er ihm abbittet, denn es heisst (Gen. 20,7): Und nun gib zurück die Frau u. s. w. Woher wissen wir, dass der um Verzeihung Gebetene nicht grausam sein soll? Es heisst (das. v. 17): Abraham betete zu Gott, und Gott heilte den Abimelech u. s. w. Wenn jemand sagt: „Blende mir das Auge, haue mir die Hand ab, brich mir den Fuss“, so ist der Täter schuldig. (Wenn er auch dabei sagt): „Mit der Bedingung, dass du frei seiest“, so ist er (dennoch) schuldig. (Sagt jemand): „Zerreisse mein Kleid, zerbrich meinen Krug“, so ist der Täter schuldig; (sagt er aber dabei): „Mit der Bedingung, dass du frei seiest“, so ist er frei. Wenn jemand sagt: „Tue so jenem Manne, mit der Bedingung, dass du frei seiest“, so ist der Täter schuldig, sowohl bei Leibes- als bei Geldschaden.